Die diesjährige Jahrestagung des MVNB in Goslar befasste sich vom 20. bis 22. März 2014 mit dem Thema „Heimat“ als „Herausforderung für die Zukunft der Museen“. Da kann man sich nun fragen was gemeint ist und wer eigentlich angesprochen ist. Heimatstuben und –museen, die bekanntlich am meisten besucht sind, den größten Anteil der Museen im Bundesgebiet bilden und die das Wort Heimat schon im Namen tragen? Sind es Freilichtmuseen oder gar Kunstmuseen? Heimatmuseen beschäftigen sich mit der Historie des Alltags, der Zeit, der Kultur und vielen weiteren Aspekten. Sie bewahren und vermitteln regionale Geschichte und sind von essentieller Bedeutung bei der Bildung von Heimat und regionaler Identität.

Aber es ist auch ein interessantes Thema für Museen anderer Ausrichtung. Sei es, im Rahmen von Ausstellungen, im Rahmen der Einordnung der Einrichtung selbst oder im Rahmen der Zielgruppendefinition und der Vermarktung.

Irgendwann beschäftigt sich jedes Haus, in irgendeiner Form, mit diesem Begriff Heimat, der laut Julia Schulte to Bühne (Niedersächsischer Heimatbund) „im Zeitalter der Globalisierung und Mobilität immer wieder neu und aktuell diskutiert wird“.

Mit dem Begriff Heimat kann vieles verbunden sein; es kann ein Ort, ein Land oder eine Region gemeint sein. Es können aber auch emotionale Bindungen darunter verstanden werden. Doch in welcher Form lässt sich dieser Begriff im Museum umsetzen? Zuerst einmal sollte geklärt werden, wer überhaupt Heimat gestaltet. Eine Gemeinde oder ein Dorf besteht nicht ausschließlich aus Menschen, die seit Generationen im Ort leben. Dürfen „Neubürger“ dann nicht mitgestalten? Ist doch der Ort nun ihre Heimat und die Kultur auch ihre Kultur, nur bringen sie zusätzliche Aspekte mit hinein. Eine Vernetzung von Heimat- und Geschichtsvereinen mit den Museen kann hier nützlich sein.

Dann wäre noch zu klären, ob die Darstellung von Heimat im Museum für den Bürger selbst oder als touristisches Angebot zu verstehen ist.

Wer kommt ins Museum, um sich ein Bild von Heimat und Kulturgeschichte zu machen? Wie kann es gelingen die Menschen vor Ort zu binden und einzubinden und welche Rolle kann hierbei das Museum übernehmen? Die rein wissenschaftliche Betrachtung der Dinge wäre zu einseitig und würde die Menschen, um die es geht aussen vor lassen. Diese Themen wurden in zwei Workshops diskutiert.

Der dritte Workshop beschäftigte sich mit dem Aspekt der Vermarktung und der Entwicklung einer regionalen Marke. Denn Museen kommen nicht mehr umhin, bei dem Überangebot an Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen Strategien zu entwickeln, um attraktiv zu bleiben. Die Region und ihre Besonderheiten können als Alleinstellungsmerkmale gut touristisch vermarktet werden.

Diese Strategie birgt, wie vieles, Chancen und Risiken. Wichtig hierbei ist, das eigene Profil zu schärfen und sich gleichzeitig die Seriosität zu bewahren.

Die einzelnen Beiträge der Jahrestagung stehen demnächst auf der Seite www.mvnb.de zum Download bereit. Die Beträge der letzten Jahre sind bereits dort zu finden.

Informationen zum UNESCO Weltkulturerbe Rammelsberg.

 

 Artikelbild: Image by Kreuzschnabel/Wikimedia Commons, License: artlibre

Anke Kuczinski

Projektassistentin bei Regialog
Literaturwissenschaftlerin und Kunsthistorikerin,
Fachreferentin für Kulturtourismus und Kulturmarketing
Anke Kuczinski

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