Nach diversen Ankündigungen und mehreren Verschiebungen ist es nun doch so weit: Der Support und somit die Sicherheits-Updates für das weit verbreitete Betriebssystem Windows XP wird von Microsoft heute, am 8. April 2014, eingestellt. Zwar ließ die Sicherheit des Betriebssystems aufgrund des enormen Alters – XP wurde 2001 auf den Markt gebracht – im Laufe der Jahre kontinuierlich nach, weil Lücken sich in Folge des nicht mehr zeitgemäßen Sicherheitskonzeptes immer schwerer schließen ließen, doch bringt dieser Einschnitt das endgültige Aus für das Betriebssystem aus sicherheitsrelevanten Aspekten. Hier schafft das beste Virenschutzprogramm keine Abhilfe mehr.

Nun könnte den Nutzern von Windows XP dessen Beliebtheit zum Verhängnis werden. Windows XP war seinerzeit das beste Betriebssystem, das Microsoft jemals auf den Markt gebracht hat: Im Gegensatz zu seinen Vorgängern stabil, einfach zu installieren und mit einer guten Treiber-Ausstattung für interne und externe Hardware. Erst mit Windows 7 schaffte es Microsoft, einen würdigen Nachfolger zu präsentieren.

Der weltweite Marktanteil von Windows XP als Betriebssystem liegt bei knapp unter 30%, in Deutschland sind es nur noch rund 12% (Stand: März 2014, aktuelle Zahlen). Dabei ist es nicht primär der private Anwender, der mit veralteter Software unterwegs ist, sondern Firmen und Institutionen, insbesondere dort, wo in allen Bereichen gespart wird oder werden muss. Dies betrifft sogar den Bundestag und Berliner Ämter, wo tausende Rechner noch mit XP ausgestattet sind. Aber gerade für Kulturbetriebe, die vielfach aus Finanzzwängen mit veralteter Soft- und Hardware arbeiten müssen, wird dies nun schlagartig zum Problem. Der Anteil an Windows XP Betriebssystemen ist hier überproportional groß.

Welche Alternativen stehen Museen und Kultureinrichtungen offen?

Die preisgünstigste Möglichkeit ist die Aufrüstung des Betriebssystems mit einer sogenannten OEM-Version, wobei Windows 7 aufgrund des besseren Bedienkonzeptes eindeutig der Verzug gegenüber Windows 8 zu geben ist. Allerdings erfordert eine völlige Neuinstallation des Betriebssystems einen Mitarbeiter, der zwar kein ausgebildeter Fachmann sein, aber entsprechende Kenntnisse mitbringen muss, um nicht nur das neue Betriebssystem sondern auch alle bisherigen Anwendungen und ein vielleicht vorhandenes Netzwerk wieder einzurichten. Gerade in kleinen Häusern ist diese Voraussetzung meist nicht gegeben, so dass doch wieder eine externe Fachkraft beauftragt werden muss. Zudem muss sichergestellt sein, dass die Hardware nicht so veraltet ist, dass sie das neue Betriebssystem schlichtweg überfordert und somit die Rechner übermäßig ausbremst. Möchte man nicht alles neu einrichten müssen, rückt auch eine Upgrade-Variante in die nähere Betrachtung, bei der lediglich das alte mit einem neuen Betriebssystem überspielt werden muss, wobei alle Dateien und übrigen Anwendungen erhalten bleiben.

Geben es die finanziellen Möglichkeiten her, wird man aber eher zur Komplettlösung greifen und neue Rechner anschaffen, wobei man hierbei in aller Regel auf ein vorinstalliertes Betriebssystem stößt, zur Zeit also Windows 8 bzw. 8.1. Letzteres korrigiert wenigstens die gröbsten Schnitzer im Bedienkonzept von Windows 8. Um eine aufwendige Neuinstallation aller Anwendungen kommt man aber auch hier nicht herum.

Fazit

So oder so, auf Museen und Kultureinrichtungen kommen in den nächsten Monaten nicht unerhebliche Aus- und Aufgaben zu. Der Schritt zu einem neuen Betriebssystem ist aber unvermeidbar und sollte lieber heute als morgen vollzogen werden. Der nächste Einschnitt dieser Art folgt nicht vor 2020, wenn – wie geplant – der Support für Windows 7 eingestellt wird. Angesichts der Beliebtheit dieses Betriebssystems und der Schwächen des Nachfolgers würde es mich aber nicht verwundern, wenn auch hier der Termin wieder nach hinten verschoben würde.

Tipp: c’t wissen Windows – So meistern Sie das Support-Ende von XP

Damian Kaufmann

Webdesigner und EDV-Dozent bei Zeilenabstand.net
Kunsthistoriker
Fachreferent für Kulturtourismus und Kulturmarketing
Webdesigner und EDV-Dozent
Damian Kaufmann

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