Am Samstag, den 21.09.2019, lud Kultur hoch N e.V. zu seiner bereits dritten Exkursion.

Ziel war das schöne Städtchen Esens an der ostfriesischen Nordseeküste. Eingeladen hatte Vereins- und Beiratsmitglied Anke Kuczinski, um den TeilnehmerInnen ihre zwei Wirkungsstätten näher zu bringen.

Der Tag begann bei strahlendem Sonnenschein mit einem gemütlichen Beisammensein im „Museum Leben am Meer“. Die TeilnehmerInnen hatten die Möglichkeit sich bei originalem Ostfriesentee, selbstverständlich zubereitet in der bauchigen Kanne, auf den bevorstehenden Tag einzustimmen. Porzellan-Tassen, Sahnekännchen, „Kluntjepott“ und Stövchen runden die Zeremonie ab. Für die Teemuffel gab es natürlich auch Kaffee und für das leibliche Wohl wurde Krintstut serviert.

Nach einer kurzen Vorstellungsrunde, bei der sich die TeilnehmerInnen kennenlernen und kurz aus dem Leben plaudern konnten, stand die erste Führung durch das Museum auf dem Programm.

Das „Museum Leben am Meer“ befindet sich in einer restaurierten Peldemühle. Die  Sammlungsschwerpunkte sind die Siedlungsgeschichte des Harlingerlandes und die Geschichte der Stadt Esens. Beginnend mit der Entwicklung der Küstenlandschaft und ihrer Besiedlung anhand von archäologischen Funden aus dem Watt vor Bensersiel und anderen Beispielen, lernten wir (wenn auch kurz und knapp) die Geschichte der Stadt Esens kennen. Wer mochte konnte sich zudem in der Uhrmacherwerkstatt von „Hansi Ticktack“ oder der Fliesenkammer umsehen.

Dank der Führung durch die Museumsleiterin Anke Kuczinski, konnten wir die Mühle ausführlich kennen lernen und erfuhren ganz nebenbei auch allerhand informatives und spannendes aus dem Museumsalltag.

Anschließend knurrte allen gewaltig der Magen, denn so viele Informationen wollen erstmal verarbeitet werden. Und so begaben wir uns zu einem leckeren Mittagessen ins „Sturmfrei“, wo der Austausch unter den TeilnehmerInnen munter weiter geführt wurde. Die lockere Atmosphäre des Lokals ließ einen angeregten Erfahrungsaustausch zu, weshalb es dann doch etwas schwieriger fiel die nun einsetzende Mittagsmüdigkeit zu überwinden, um den Ort der nächsten Führung anzustreben. Der (sehr) kurze Fußmarsch zum August-Gottschalk-Haus kam daher sehr gelegen.

Das August-Gottschalk-Haus ist eine Gedenkstätte und Ausstellung zur neueren Geschichte der ostfriesischen Juden und befindet sich im ehemaligen jüdischen Gemeindehaus der Stadt Esens. Anfang des Jahrs wurden hier alle Räume im Erdgeschoss umfassend modernisiert. Ganz neu sind die Ausstellungen in den Vorräumen der Mikwe sowie der Küche der ehemaligen Lehrerwohnung. Neben der Ausstellung beeindrucken die Zeugnisse der früheren Nutzung des 1899 erbauten Hauses. Einmalig im nordwestdeutschen Raum bis in die Niederlande hinein ist das bei Renovierungsarbeiten wiederentdeckte Ritualbad – die Mikwe. Bei dem durch Anke Kuczinski geführten Rundgang durch die Räume erfuhren die TeilnehmerInnen umfangreiche Hintergrundinformationen und Fakten über das Leben der ostfriesischen Juden in den letzten 400 Jahren. Aber auch über das normale alltägliche Leben, das religiöse Leben, die beginnende Verfolgung durch die Nationalsozialisten bis hin zur Flucht oder Ermordung.

Im Anschluss an den Rundgang durch das Museum, führte ein kleiner Stadtrundgang vorbei an, für die jüdische Geschichte, bedeutsame Orte, zurück zum Museum „Leben am Meer“, wo der Tag gemütlich bei Ostfriesentee, Kaffee und Kuchen seinen Ausklang fand. Zudem gab es die Möglichkeit die Galerie der Mühle zu besichtigen und die Aussicht zu genießen, oder einen kleinen Einblick in die Depots des Museums zu werfen.

Für die TeilnehmerInnen, die jetzt noch nicht total kaputt waren, und die noch Lust auf ein Abenteuer hatten, gab es zum Abschluss die Möglichkeit den Kirchturm der St. Magnus Kirche zu besteigen und das zugehörige Turm-Museum zu besichtigen. Wer die 113 Stufen bis zur Obersten Plattform hinter sich gebracht hatte, konnte einen großartigen Rundumausblick über Esens bis hin zu den Ostfriesischen Inseln genießen. Auf dem Weg die Stufen hinauf kann man einen Bestattungswagen aus dem Jahr 1880, eine Fotoausstellung, das Turm-Uhrwerk von 1873, eine alte Kirchenfahne, schwere Glockenklöppel, ein reich besticktes Antependium (Altardecke) und Zinkblech-Orgelpfeifen von 1940 und schließlich die obersten Kirchenglocken bestaunen.

Mit dieser wunderschönen Aussicht war der offizielle Teil der Exkursion vorbei und einige TeilnehmerInnen verabschiedeten sich, um zurück in die Heimat zu fahren.

Ein paar TeilnehmerInnen nutzen das großartige Spätsommerwetter, um den Sonnenuntergang an der Nordsee zu genießen, oder sich eine kurze Erholungsphase zu gönnen, bevor es die Möglichkeit gab bei einem abschließenden abendlichen Beisammensein den Tag Revue passieren zu lassen, noch einmal ausgiebig mit den anderen TeilnehmerInnen zu plaudern und den Abend zu genießen.

Wir, das Team von Kultur hoch N möchten uns an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich bei Anke Kuczinski für die informativen Führungen durch ihre beiden Museumshäuser bedanken.

Des Weiteren bedanken wir uns bei Vorstandsmitglied Maike Lammers, die gemeinsam mit Anke erheblich zur Planung des Tages beigetragen und sich um Übernachtungsmöglichkeiten für die TeilnehmerInnen gekümmert hat. Auch Damian Kaufmann, unserem Kassenwart, wird ein Wort des Dankes zuteil, für die Verwaltung der kleinen Teilnehmergebühr.

Wir hoffen den TeilnehmerInnen hat der Tag in Esens ebenso viel Freunde bereitet, wie uns!

Wir freuen uns bereits auf die Exkursion mit einem anschließenden Netzwerk-Treffen im kommenden Jahr. Sobald wir uns für ein Ziel und ein Datum entschieden haben, werden wir euch selbstverständlich darüber informieren.

Vielen Dank, an alle TeilnehmerInnen der Kultur hoch N Exkursion nach Esens!

Euer Kultur hoch N Team.

 

 

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Stefanie Karg

Kunsthistorikerin M.A.
Fachreferentin für Kulturtourismus und -marketing
Arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museum Schloss Moritzburg in Zeitz.
Vorstandsvorsitzende von Kultur hoch N e.V.
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