…dann sind nicht nur wir dabei, sondern insgesamt 286.000 Besucher, wie heute offiziell bekannt gegeben wurde.

In diesem Jahr waren wir, das Team von Kultur hoch N, das erste Mal mit einer Presseakkreditierung als Blogger vor Ort mit dabei. Vielleicht habt ihr ja auf Twitter und Facebook von unseren vor Ort Eindrücken gelesen. Um diese Akkreditierung zu erhalten mussten wir uns bei der Buchmesse bewerben und einige Kriterien erfüllen, die wir ein Glück, mit unserem Blog alle bestanden haben. Deshalb haben wir uns für euch am Samstag, dem besucherstärksten Messetag, und am Sonntag ins Getümmel geworfen und uns ausgiebig umgesehen.

Buchmesse, das ist, wenn es in den Bahnen und Bussen besonders kuschelig wird…

Die Eintrittskarten und auch unser Presseausweis berechtigen zur kostenfreien Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs in und um Leipzig. Ein Angebot, dass jedes Jahr mehr Besucher in Anspruch nehmen. Gut für die Umwelt und CO2 arm kann man sich, wenn das gewünscht ist, direkt bis vor die heiligen Hallen fahren lassen.

Das Gelände der Neuen Messe in Leipzig erstreckt sich über fünf Ausstellungshallen, welche mittels röhrenartiger Gänge mit der Glashalle, dem zentralen Verbindungsbau, verbunden sind.

Alle Hallen, Stände und Veranstaltungsorte allein zu sehen ist eine Tagesaufgabe. Der geschulte Besucher studiert zuvor aufmerksam das Programm und verschafft sich eine Übersicht der gebotenen Veranstaltungen. Doch ist diese gute Vorbereitung nur die halbe Miete, denn das Problem sich inmitten der Massen von A nach B zu schieben, bedeutet enorme Zeitverluste mit einzuberechnen. Obwohl wir seit vielen Jahren regelmäßige Besucher der Buchmesse sind, haben wir auch in diesem Jahr wieder sehr optimistisch geplant bei der Taktung der Veranstaltungen die uns interessierten. So konnten wir während des gesamten ersten Besuchstages nur zwei von fünf anvisierten Lesungen, bzw. Diskussionen beiwohnen, was zum einen an der unterschätzten Zeit lag, die zum zurücklegen von Entfernungen benötigt wird, und zum anderen am erhöhten Andrang, sowie geänderter Verkehrsführung. Hinzu kam, das müssen wir gestehen, die eigene Schusseligkeit (das notieren, des falschen Veranstaltungsortes) oder auch eine kurze Orientierungslosigkeit inmitten des Menschenmeeres. Dennoch können wir von den besuchten Lesungen und Gesprächen, und von denen, die wir am Rande mitbekommen haben, berichten, dass die Diskussionen vom Publikum immer sehr aufmerksam verfolgt wurden. Auch bei kontroversen Themen blieben die Argumente meist sachlich und korrekt. Hier haben wir in den vergangenen Jahren schon ganz andere Situationen erlebt.

Bücher, Bücher, Bücher

Aber das Hauptaugenmerk der Leipziger Buchmesse liegt ja, wie sollte es anders sein, bei den Büchern. Und davon gab es auch in diesem Jahr wieder so viele zu entdecken, dass man ohne eine klare Vorstellung davon, was einen interessiert und was nicht, nicht mal eine Halle schaffen würde. Unsere Favoriten lagen bei Sachbüchern zu historischen, archäologischen und kunsthistorischen Themen. Dazu kamen Sachbücher für Kinder, Comics und Grapic Novels, Historienromane, Sience Fiction und wir wollten die Augen offen halten nach guten Werken, die die Digitalisierung betreffen. Da wir berufsbedingt pendeln haben wir eine Leidenschaft für Hörbücher und Hörspiele. Mit dieser Aufstellung im Gepäck lassen wir die Abteilungen für Hobby und Handwerk, Religion, Schulbücher oder auch Zeitschriften links liegen. Schwer ist es an den Ständen mit Reiseführern und Bildbänden nicht zu lange zu verharren, aber wir haben ein straffes Programm, weshalb hier und da das Smartphone gezückt und die eine oder andere Lektüre als „vorgemerkt“ fotografisch aufbewahrt wird, für später.

Eines der obligatorischen Ziele ist, wie jedes Jahr, der Stand der Bundesregierung und der Stand der Bundeszentrale für politische Bildung.

 

 

 

 

 

 

 

Mit der neusten Ausgabe des Grundgesetz und der Verfassung des Freistaates Sachsen im Gepäck ziehen wir unsere Bahnen zu den Sachbüchern, wo wir auf merkwürdige Weise mehrere Stunden verlieren. Nach einem viel zu kurzen Besuch auf dem grandiosen Stand des diesjährigen Partnerlandes der Buchmesse, Tschechien, brauchen wir erstmal eine Pause, um die Akkus wieder aufzuladen. Ein Glück berechtigt uns unser Presseausweis dazu uns eine Auszeit in der „Bloggerlounge“ zu gönnen:

Neuerungen auf dem Buchmarkt

Als sich der erste Tag langsam dem Ende entgegen neigt, bemerken wir einen sehr interessanten Stand:

Matabooks produziert Bücher aus Graspapier. Die Bücher sind vegan, werden ohne Glutinleim (also Leim aus Tierknochen) und ohne Druckerschwärze mit Karmin hergestellt und sind zu 100% kompostierbar. Das interessanteste Produkt am Stand der Dresdener war das „Samenbuch“. Ein Notizbuch, in dessen Coverpapier Samen von Wildblumen eingeschöpft wurden. Nach dem beschreiben kann man das Buch eingraben und es wachsen Blumen daraus.

Unser letzter Weg führt uns in Halle 1. Hier ist die während der Buchmesse stattfindende Manga-Comic-Con angesiedelt. Eine Convention eigens für Fans und Liebhaber von Comics, Manga, Cosplay, Anime, Japan & Games. Hier ist es so voll, dass man keine zwei Meter Freiraum sieht. Daher zieht es uns nur, aus rein privatem Interesse, zu den Ständen der Marvel, DC und Carlsen Comics, wo wir aber resignieren müssen und einen erneuten Besuch auf den kommenden Tag verschieben.

So endete der erste Besuchstag mit knapp 9 km Fußweg kreuz und quer durch die Hallen und einer nach wie vor vollen To-Do Liste.

Der Buchmesse-Sonntag

Der Buchmesse-Sonntag ist seither unser beliebtester Tag für den Messebesuch. Ganz den Familien gewidmet ist es in den Hallen ruhiger und um einiges überschaubarer. Die Aussteller sind zwar merklich abgekämpft, die Highlights der Veranstaltungen sind bereits gelaufen und auch die Optik einiger Stände hat zuweilen stark gelitten, aber die entspannte Atmosphäre macht diese Mankos immer wieder wett.

Da wir heute nicht nur die To-Do Liste von gestern, sondern auch Freunde und Familie im Gepäck haben, wird der Ablauf etwas gelockert und wir erlauben uns neben den TOPs auch ein Verweilen an Ständen die uns ansprechen, obwohl sie nicht unbedingt die Lektüre unserer Wahl führen.

 

 

 

 

 

 

Vorbei an der Messebuchhandlung, der Antiquariatsmesse und der Fantastik Buchhandlung haben wir heute, neben den Sachbüchern, wo wir wieder auf unerklärliche Weise viel zu viel Zeit verlieren, ein bestimmtes Ziel vor Augen: den Hörbuch und Hörspiel Bereich. Es gehört schon zum Programm, dass wir einem bestimmten Stand am Sonntag Nachmittag einen Besuch abstatten, um mit der Autorin unserer Lieblingshörspiele zu sprechen, das neuste Werk zu erwerben und natürlich sofort signieren zu lassen :D, und zu erfahren, was unser Held der Hörspielreihe in seinem kommenden Abenteuer erleben wird.

Daneben hören wir in Neuerscheinungen hinein, sprechen mit den Verlagsakteuren und lassen uns beim ausruhen in der Hörspielarena in fremde, ferne Welten entführen.

Der besondere Ort – Die Manga-Comic-Con

Die letze große Etappe des Tages führt uns heute erneut in die heiligen Hallen der Manga-Comic-Con, um unsere Suche nach den bebilderten Werken zu befriedigen.

Heute haben wir mehr Erfolg und schaffen es das eine oder andere Exemplar zur Hand zu nehmen, hineinzulesen und die grafische Gestaltung zu bewundern. Auffällig ist in diesem Jahr, dass auch Freunde von Games bedacht werden. PnP RPGs (Pen&Paper Rollenspiele) werden ebenso berücksichtigt, wie der Casual Gamer, der dank Ständen von Nintendo, oder Merchandise Ständen wie von Game Legends auf seine Kosten kommt. 

Da die Manga-Comic-Con keine Messe, sondern eine eigene Convention ist, darf hier vor allem eines nicht fehlen, die Möglichkeit das Nerd-Herz bis zum Hals schlagen zu lassen (vor Freude natürlich) und sich mit so viel Merchandise Produkten zu seinem Lieblings-Manga oder Anime, wie nur möglich einzudecken. Ein Besuch des Maid Café, der Manga-Zeichen-Schule, eines Japanisch Kurses oder einer der vielen anderen Veranstaltungen ist für die Fans der MCC ein Messehighlight. Die Cosplayer bestimmen das Bild. Angefangen bei Sailor Moon, über Charaktere aus Spielen, wie Final Fantasy, Pokémon oder Bloodborne, bis hin zu einer Million Harry Potter Doppelgängern und Disney Prinzessinnen kann hier so einiges entdeckt werden. Für den konservativen Buchmessebesucher ist ein Ausflug in diese Halle zuweilen eine kleine Herausforderung, die zu reichlich Kopfschütteln und Überforderung führen kann. Dennoch hat sich die Kultur der Cosplayer mittlerweile ihr eigenes Standing auf der Messe erarbeitet und die Mehrzahl der Besucher hat sich an den Anblick der fantasievollen Charaktere gewöhnt.

Viel gesehen – leere Geldbörse… unser Fazit

So endet unser zweiter Tag auf der Leipziger Buchmesse und der letzte der vier Veranstaltungstage.

Wie verlassen das Gelände mit zwei Hörbüchern, zwei Hörspielen und zwei Sachbüchern im Gepäck und gefühlt drei Milliarden Fotos von „Das brauche ich unbedingt“-Büchern auf dem Smartphone. Die Füße tun weh, es waren wieder über 8 km Wegstecke, die wir zurück gelegt haben auf unserem Weg durch die Hallen. Müde, aber  glücklich, schauen wir zurück auf die vergangenen zwei Tage und verkünden voller Zuversicht, dass wir auch im kommenden Jahr wieder dabei sein werden!

Stefanie Karg
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Stefanie Karg

Kunsthistorikerin M.A.
Fachreferentin für Kulturtourismus und -marketing
Arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museum Schloss Moritzburg in Zeitz.
Vorstandsvorsitzende von Kultur hoch N e.V.
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