Die Gründer von Vimeo suchten nach einer Möglichkeit ihre Werke der Öffentlichkeit zu präsentieren und gründeten so 2004 die YouTube Alternative. Im Gegensatz zum bekanntesten Videoportal ist aber eine Art von Video auf Vimeo nicht zu finden: und zwar das amateurhafte, verwackelte Smartphone-Video. Bei Vimeo steht die Qualität des Videos ganz klar im Vordergrund. Aus diesem Grund wird eine Suche nach z.B. beliebten Werbespots oder auch Musikvideos bekanntes Bands auf dem Portal ins Leere laufen, denn das Einstellen kommerzieller Videos ist streng untersagt. Die User dürfen lauf der Richtlinien nur selbst produzierte Werke hochladen. Daher sind hier vor allem mit viel Zeitaufwand produzierte Computeranimationen oder Kurzfilme zu finden. Auch die Wahrung höchster Bildqualität, am Besten in HD und hochwertiger Ton sind gewünscht. Das führt dazu, dass Vimeo hauptsächlich von Profis und engagierten Hobby-Künstlern genutzt wird. Auch Studenten haben das Portal für sich entdeckt, um z.B. Abschlussarbeiten einem hochwertigeren Publikum präsentieren zu können.

Inhalte nutzen

Zum reinen Ansehen von Videos ist keine Anmeldung auf der Plattform erforderlich. Möchte man aktiv an der Community teilhaben, ist eine Anmeldung nötig. Hier besteht die Auswahl aus drei Account-Varianten:

  • Basic Account – Diese Variante ist kostenfrei. Das Upload-Volumen liegt bei 500 MB wöchentlich. Pro Woche kann ein HD-Video hochgeladen werden. Basis-Accounts sind beim Konvertieren nicht priorisiert, wodurch  Wartezeiten entstehen. Zudem gibt es Bannerwerbung auf der Seite.
  • Plus-Account – Die Plus-Mitgliedschaft kostet jährlich 49,95 Euro oder 7,95 Euro im Monat. Das Upload-Volumen liegt bei 5 GB wöchentlich. Es können unbegrenzt viele HD-Videos hochgeladen werden. Es gibt keine Bannerwerbung und keine Konvertierungs-Wartezeiten. Des Weiteren sind Vorteile, wie die erweiterte Individualisierung des Videoplayers und das Anzeigen von Statistiken verfügbar.
  • Pro-Account – Der Pro-Account kostet 159 Euro im Jahr und ist auch als Pro-Account speziell für Unternehmen verfügbar. Das Upload-Volumen liegt bei 20 GB wöchentlich. Die Länge der Beiträge und die Anzahl der hochgeladenen HD-Videos sind nicht beschränkt. Inhalte können dank Passwortschutz nur für nur ausgewählte Nutzer freigegeben werden. Und es werden z.B. Professionelle Workflow- und Videomanagement-Tools zur Verfügung gestellt.

Für die Anmeldung werden nur der Name, die E-Mail-Adresse und natürlich ein Passwort benötigt. Das Profil kann mit zusätzlichen Angaben wie Wohnort und Bildern ergänzt werden und steht sofort zum Upload von Videos zur Verfügung.

Neben den Pro- und Plus-Accounts, für welche eine Nutzungsgebühr anfällt, gibt es auch die Funktionen „Tip Jar“ und „Vimeo on Demand“, was den Nutzern die Möglichkeit bietet, die eigenen Beiträge nur gegen die Zahlung einer Gebühr zur Verfügung zu stellen. Dabei gehen 90 Prozent der Einnahmen an den Urheber des Videos. 10 Prozent behält Vimeo ein. Diese Vermarktungsplattform steht allerdings nur Besitzern von Pro-Accounts zur Verfügung. Die Tip Jar Funktion steht sowohl Pro- als auch Plus-Account Nutzern zur Verfügung. DieSparschwein-Funktion ermöglicht es Nutzern, Beiträge, die ihnen besonders gefallen, mit einem kleinen Betrag zu honorieren. So bekommen Produzenten eine Anerkennung für Ideen und Aufwand.

Inhalte

Für die Bereitstellung von Inhalten hat Vimeo seine eigenen „Spielregeln“:

Lade nur Videos hoch, die du selbst erstellt hast.

  • Du musst alle nötigen Rechte (Urheberrechte usw.) an deinem Video besitzen oder innehaben.
  • „Jemand hat mir die Berechtigung erteilt“ heißt nicht, dass du es erstellt hast.
  • Du darfst Videos hochladen, in denen du auftrittst oder an deren Erstellung du beteiligt warst (als Regisseur, DP, Redakteur, Musik, Motion-Design-Künstler, Schauspieler usw.), solange du dafür über die nötigen Genehmigungen von den Urheberrechtsinhabern verfügst.
  • Bitte füge deine Rolle in der Video-Beschreibung hinzu, um eine Löschung zu vermeiden.
  • Ausnahme! Vimeo PRO-Mitglieder dürfen Videos hochladen, die sie nicht erstellt haben, solange sie die nötigen Rechte und Genehmigungen dafür haben.

Bestimmte Inhaltstypen darfst du nicht hochladen:

  • Keine Raubkopien von Filmen, Musik, TV-Sendungen oder anderen urheberrechtlich geschützten Materialien Dritter. Erfahre mehr über Urheberrecht und lautere Nutzung.
  • Kein sexuell anstößiges Material noch Pornografie hochladen. (Künstlerisch wertvolle Nacktheit ohne sexuellen Kontext ist gestattet.)
  • Keine Videos, die hasserfüllt sind, andere schikanieren oder diffamierend oder diskriminierend sind.
  • Keine Videos, die unrechtmäßige Handlung, extreme oder echte Gewalt, Selbstbeschädigung oder Tierquälerei zeigen oder fördern.

Quelle: Hilfecenter / Vimeo-Leitlinien.

Das bedeutet, dass alle Inhalte selbst produziert sein müssen. Der Nutzer, der das Video hoch lädt muss also auch der Urheber sein. Werbung ist nicht gestattet und es dürfen auch keine Mitschnitte geteilt werden, z.B. von TV Sendungen oder Filmausschnitte und auch keine Szenen aus z.B. Computerspielen, wie beispielsweise ein „Lets Play“.

Teilen, Liken, Kommentieren…

Natürlich ist es auch bei Vimeo möglich Videos über die Share-Funktion auf Facebook, Twitter, Google+, Tumblr, Pinterest und Reddit zu teilen und per Einbettungscode in den eigenen Blog oder auf die Webseite einzubinden. Kanäle können abonniert, andere Beiträge kommentiert und – natürlich – auch mit einem „Like“ versehen werden. Außerdem werden den Nutzern neben Gruppen zu bestimmten Themen auch zahlreiche Hilfestellungen geboten, die dazu beitragen sollen, die hochgeladenen Videos zu perfektionieren.

Warum sollte man Vimeo in Betracht ziehen?

Ob nun YouTube oder Vimeo das Medium der Wahl wird ist eine reine Frage des Gefallens und natürlich auch des Publikums. Über Vimeo wird eine sehr viel jüngere, experimentierfreudige, ideenreiche Klientel erreicht. Das Publikum ist auf der Suche nach sehr hochwertigen Videos und auch die Richtlinien von Vimeo verlangen anspruchsvolle Inhalte. Durch die geringeren Nutzerzahlen gehen auf dieser Plattform Videos nicht so schnell in der Masse unter, es wird aber auch nicht in kurzer Zeit eine große Menge an Zuschauern erreicht. Vimeo Videos sind nicht dafür bekannt viral zu werden, sondern für ihre Qualität. Deshalb fühlen sich kreative Köpfe auf dieser Plattform besonders wohl. Die Nutzer sind bewusst auf der Suche nach Inhalten, die sie begeistern und sind zum Teil auch bereit für entsprechend erlesenen Content zu bezahlen, was vor allem den Weg für z.B. Schulungsvideos, Ratgeber oder auch Seminare mit Vimeo on Demand ebnet. Vor allem in den USA haben schon einige Museen die Plattform für sich entdeckt und nutzen diesen Weg, um Beiträge dort zu teilen, wo die Wahrscheinlichkeit, dass der Inhalt auf ein interessiertes Publikum stößt um einiges größer ist, als auf der bekanntesten Video-Plattform. Die Vielzahl hochwertiger Produktionen macht Vimeo für alle Kulturschaffenden interessant, die auf der Suche nach anspruchsvollen Beiträgen sind, bzw. intelligente und niveauvolle Inhalte an ein entsprechendes Publikum senden möchten.

DM25 | Aitor Throup from Design Museum on Vimeo.

Der Lange Donnerstag im Museum Ludwig: an jedem 1. Donnerstag im Monat from Museum Ludwig on Vimeo.

Header: Screenshot Vimeo Startpage.

Stefanie Karg
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