Pinterest ist ein soziales Netzwerk, auf dem die Nutzer eigene Fotos sowie Bilder und Videos aus dem Internet veröffentlichen, sammeln und miteinander tauschen können. Diese Inhalte werden an eine virtuelle Pinnwand geheftet und auf diese Weise auch anderen Nutzern zugänglich gemacht. Der Name des Unternehmens ist eine Wortschöpfung, die sich aus „pin“ (etwas anheften) und „interest“ (Interesse) zusammensetzt. 

Wie funktioniert Pinterest?

Die Anmeldung bei dem Pinnwand-Dienst ist kostenfrei. Ein Zugriff auf den Dienst ist über das Internet genauso möglich, wie per App über das Smartphone oder Tablet. Benötigt wird für die Erstellung eines Profils lediglich ein Facebook– oder Twitter-Konto oder eine E-Mail-Adresse und natürlich ein Passwort. Nach der kostenlosen Anmeldung kann man direkt mit der Erstellung der Boards, also der Pinnwände, beginnen.

Auf Pinnwänden können Nutzer Pins sammeln und organisieren. Jede Pinnwand zeigt auf ihre ganz besondere Weise, wofür sich die jeweilige Person interessiert. Wenn einem Nutzer eine Pinnwand gefällt, kann er ihr folgen.

Quelle: Pinterest FAQ

 Natürlich ist es spannend eigene Ideen in Form von Bildern, YouTube oder Vine Videos auf der Pinnwand zu sammeln. Aber Pinterest lebt vor allem durch das Teilen der Pins. Der nächste Schritt ist also das Hinzufügen von Freunden und Pinnwänden. Freunde können während der Erstellung des Kontos direkt über Facebook, Twitter und Google+, Gmail, Microsoft und Yahoo gesucht werden. Auch eine nachträgliche Suche ist in den Pinterest-Einstellungen jederzeit möglich. Über das Suchfeld am oberen Bildschirmrand der Profilseite ist es möglich die Plattform nach allen Pins, eigenen Pins, Pinnern (also Nutzern) und Pinnwänden zu durchsuchen. Alleine bei der Suche nach dem Wort „Museum“ und der Suchverfeinerung „Pinner“ werden auf der Ergebnisseite 240 Treffer angezeigt. Mit einem Klick auf den Folgen-Button wird nun jeder neue Pin des Nutzers im Start-Feed angezeigt. Über die Suche nach Pinnwänden kann man nur Pinnwände zu einem bestimmten Thema suchen und diesen bei Gefallen folgen.

Pinterest_Pinner_Museum_240

Der Pinterest Start-Feed setzt sich aus den derzeit beliebtesten Pins und den aktuellen Pins von Freunden und Nutzern bzw. Pinnwänden zusammen. Indem man Usern oder Pinnwänden von Usern folgt, die für einen relevant sind, wird die Startseite zunehmend den eigenen Interessen angepasst. Auch die allgemeinen Vorschläge, welche Pins für einen selbst relevant sein könnten, werden so immer weiter angenähert.

Eine Pinnwand und Pins hinzufügen

Einer Pinnwand einen Pin hinzuzufügen ist auf verschiedenen Wegen möglich. Auf der eigenen Profilseite sollte zunächst eine entsprechende Pinnwand über den „Pinnwand erstellen“-Button mit Bezeichnung, Beschreibung und Kategorie der Sammlung angelegt werden. Handelt es sich um eine (Gruppen)Pinnwand, an der mehrere Personen arbeiten, können diese durch die Eingabe des Namens oder der E-Mail-Adresse in das Feld „Mitwirkende“ zu der entsprechenden Pinnwand einladen werden. Mit einem Klick auf „Erstellen“ ist das Anlegen abgeschlossen. Die meisten Pinnwände sind für alle anderen Pinterest Nutzer sichtbar. Aber es ist auch möglich einen versteckten – und somit nicht öffentlichen – Ordner anzulegen.

URLUm die Sammlung mit Pins zu füllen genügt es die Pinnwand auszuwählen und dann auf „Pin hinzufügen“ zu klicken. Daraufhin öffnet sich ein Dialogfeld mit der Frage, ob der Pin aus dem Internet oder einem lokalen Gerät hinzugefügt werden soll. Wählt man die Option „Internet“ wird im Folgenden die entsprechende URL eingegeben und es geht weiter zum Bildauswahlschirm. Hier wählt man nun das entsprechende Bild per Klick aus. Im sich öffnenden Fenster kann das Bild mit einer Beschreibung versehen werden. Ein Kästchen am linken unteren Bildschirmrand ermöglicht bei Auswahl das direkte Teilen des Pins über Facebook oder auch Twitter. Auf der rechten Seite ist es möglich die Pinnwand zu wählen, auf welcher der Beitrag geteilt werden soll. Mit einem Klick auf das rote „Pin it“ Symbol neben der entsprechenden Pinnwand ist das Erstellen abgeschlossen.

Eine weitere sehr bequeme Möglichkeit ist der Pinterest Browserbutton, der für jeden gängigen Browser als Erweiterung verfügbar ist. Über den „Add a pin“/„Pinnen“ Button rechts oben in der Browserleiste findet das Programm alle Bilder auf einer Webseite und bietet sie zur Auswahl an. Das pinnen über diesen Button erfolgt danach genauso, wie das Pinnen über die manuelle Suche. Auch die Pinterest App arbeitet nach diesem Prinzip. Die Bilder werden nur „angepinnt“. Das heißt, sie sind zu sehen, es führt aber ein Link zur Originalquelle. Für den besseren Überblick kann bei der Beschreibung wie bei Twitter und Instagram mit Hashtags gearbeitet werden. Über die Suche können User nach diesen Schlagworten suchen und Inhalte schneller finden.

Pins teilen

„100 masterpieces from the van Gogh Museum“

Gefällt ein Pin, ist es möglich diesen zu teilen (repinnen), ihn mit „Gefällt mit“ zu markieren und über den „Senden“-Button auf Facebook, Twitter, den Messenger oder die URL zu teilen. Mit einem Klick auf die drei Punkte und die Funktion „Einbinden“ wird der Widget Builder aufgerufen, mit dem es möglich ist den Pin auf der eigenen Webseite oder in die eigene App einzubinden. Unter dem Bild besteht ebenfalls die Möglichkeit den Pin zu kommentieren.

Problemfrage Urheberrecht

Die Frage nach dem Urheberrecht ist gerade in Deutschland schwierig. Denn bei vielen Bildern hat das Recht an der Verbreitung des Bildes der/die Fotograf/in inne. Wird das Bild über das Netzwerk geteilt, müsste – nach deutschem Recht – der/die Fotograf/in um eine Erlaubnis zur Weiterverwendung des Bildes gebeten werden, auch wenn durch das Pinnen das Bild eigentlich „nur“ zitiert wird. Denn wer Inhalte auf der Plattform teilt, trägt selbst die Haftung dafür, dass nicht gegen das Urheberrecht verstoßen wird.

Auf der AGB Seite von Pinterest kann man dazu lesen:

Pinterest hat die Urheberrechtrichtlinie in Übereinstimmung mit dem Digital Millennium Copyright Act verabschiedet und implementiert. Weitere Information finden Sie in unserer Urheberrechtrichtlinie.

Quelle: Pinterest AGB

Die genannte Urheberrechtlinie sagt folgendes aus:

Pinterest („Pinterest“) respects the intellectual property rights of others and expects its users to do the same. It is Pinterest’s policy, in appropriate circumstances and at its discretion, to disable and/or terminate the accounts of users who repeatedly infringe or are repeatedly charged with infringing the copyrights or other intellectual property rights of others.

In accordance with the Digital Millennium Copyright Act of 1998, the text of which may be found on the U.S. Copyright Office website at https://www.copyright.gov/legislation/dmca.pdf, Pinterest will respond expeditiously to claims of copyright infringement committed using the Pinterest website (the „Site“) that are reported to Pinterest’s Designated Copyright Agent, identified in the sample notice below.

Quelle: Pinterest Copyright

Das Problem ist also, dass Pinterest zwar sehr wohl bemüht ist, die amerikanischen Copyright Gesetze nicht zu verletzen, die deutschen Gesetze aber nicht berücksichtigt werden. Auf der deutschen AGB Seite wird kurz und knapp gesagt:

Wir respektieren das Urheberrecht. Sie sollten das ebenfalls tun.

Quelle: Pinterest AGB

Somit bleibt es also beim Nutzer „hängen“ sich mit der deutschen Rechtsprechung auseinanderzusetzen, bevor Inhalte geteilt werden. Sprich:

Wer Inhalte auf Pinterest teilt, trägt selbst die Haftung dafür, dass nicht gegen das Urheberrecht verstoßen wird. Urheberrechtlich geschützte Werke dürfen nur mit Zustimmung des Urhebers veröffentlicht und vervielfältigt werden. Inhalte auf Pinterest werden bewusst geteilt und somit muss als Privatperson dafür gehaftet werden.

Quelle: Rechtsanwalt Schwenke

Da durch das Teilen von Bildern über Pinterest eine öffentliche Aufmerksamkeit erzeugt wird, dürfte es den meisten Urhebern ganz recht sein, dass die Nutzer des Dienstes auf deren Webseite gelenkt werden. Dennoch ist selbstverständlich nicht jeder mit dieser Form der Aufmerksamkeit einverstanden. Daher bietet Pinterest seit kurzem einen Programmcode an, der verhindert, dass dort veröffentlichte Inhalte über Pinterest weitergegeben werden können. Die Nutzer des Dienstes schützt dies jedoch nicht vor eventuellen Abmahnungen.

Nutzerzahlen

Fünf Jahre nachdem Pinterest 2010 auf den Markt kam, veröffentlichte das Unternehmen im September 2015 erstmals offizielle Nutzerzahlen. So sollen sich Ende des vergangenen Jahres monatlich 100 Millionen aktive Nutzer auf der Plattform befunden haben. 45 Prozent der User befinden sich zudem außerhalb der USA. In Deutschland konnte die seit 2014 verfügbare Plattform ihre Nutzerzahlen verdreifachen.

Pinterest hält sich bei der Kommunikation von Nutzerzahlen zurück. Das ist keine Ausnahme. Nur wenige soziale Netzwerke agieren so offen mit Nutzerzahlen wie Facebook. Jetzt hat Pinterest eine neue Zahl genannt. Pinterest kommt auf 100 Mio. aktive Nutzer. Die Pinterest Nutzerzahlen beziehen sich auf die weltweite Nutzung. Zahlen zu Deutschland gibt es offiziell nicht.

Damit liegt Pinterest aber noch deutlich hinter Instagram und Twitter, die beide auf über 300 Mio. aktive Nutzer kommen. Es geht hier aber nicht um einen Vergleich von Nutzerzahlen, sondern um die Entwicklung von Pinterest. Seitdem Pinterest international aktiver geworden ist, wie beispielsweise mit einem eigenen Team für Deutschland, steigen die Nutzerzahlen und auch die Aufmerksamkeit von Unternehmen.

Quelle: FutureBiz

Der Originalbeitrag von Pinterest zur Nutzerzahlenentwicklung ist hier nachzulesen.

Vergleichende Übersichten zu den Nutzerzahlen sozialer Netzwerke finden sich unter anderem hier.

Vor- und Nachteile

Vorteile

  • Pinterest ist ein rein visuelles, unkompliziertes und intuitiv zu bedienendes Netzwerk. Die Nutzer sehen sich die Pinnwände von anderen an und pinnen selber Beiträge auf eigenen Pinnwänden.
  • Während der User sich im Internet bewegt können mittels des „Pin it“ Buttons sekundenschnell als interessant erachtete Beiträge auf eine bestimmte Pinnwand gepinnt werden.
  • Die einfache Handhabung beschert der Plattform stetig wachsende Mitgliederzahlen.
  • Durch den rein visuellen Aufbau ist die Seite vor allem für Unternehmen interessant, die etwas zu „zeigen“ haben. Also besonders für Kunstmuseen und kulturelle Einrichtungen, die zum Beispiel gerne einen Blick hinter die Kulissen gewähren möchten, kann die Plattform einen guten Kommunikationskanal darstellen.
  • Ähnlich wie bei Instagram kommt es hier auf die Aussagekraft der geteilten Bilder an. ABER: Pinterest hat den Vorteil, dass ein Bild immer mit der URL zur originalen Webseite versehen ist, dies bedeutet wiederum Traffic für die Webseite.
  • Für den Umgang mit der Seite müssen weder Texte noch Fotos speziell verfasst werden, die Plattform fungiert als reine Linksammlung.

Nachteile

  • Das Bild muss interessant sein und zwar schon in der Voransicht. Die User werden nur auf Bilder klicken, die sie als ansprechend erachten.
  • In Deutschland ist die Arbeit mit Pinterest noch nicht so weit verbreitet. Die Nutzung des Bildernetzwerks für die Marketingstrategie scheint zwar sinnvoll, kann sich aber als „Zeitverschwendung“ erweisen.
  • Es kann sein, dass ein Bild in den ersten Wochen und Monaten überhaupt keine Reaktionen bekommt. Da die Suche der Nutzer hier nicht an eine feste Timeline gebunden ist und somit nicht immer die zeitaktuellten Beiträge die derzeit beliebtesten sind.
  • Eine Arbeit mit der Plattform setzt vor allem Geduld und Beständigkeit voraus.

Fazit

Pinterest fasst Bedürfnisse zusammen, die in den großen sozialen Netzwerken in dieser Art nicht bedient werden. Die Entwicklung weg vom textbasierten hin zum visuellen Medium ist nicht mehr zu leugnen. Die Stärke von Pinterest ist es, bildliche Inhalte zu organisieren und zu vernetzen, ohne die dahinterstehenden Informationen zu unterschlagen. Pinterest soll zur Inspiration, Erklärung und allem voran zum Sammeln von Bildern dienen. Während man in der Medienbeobachtung früher auf das Ausschneiden von Beiträgen aus Zeitschriften vertraute, ist es heute möglich Onlinebeiträge auf einer virtuellen Pinnwand zu sammeln. Für den Social Media-affinen Nutzer ist Pinterest eine willkommene Abwechslung zu den großen sozialen Netzwerken. Das schnelle Sammeln von Bildern und Inspirationen schafft es, dass sich Nutzer für einen längeren Zeitraum auf der Plattform aufhalten. Dass das Stöbern am heimischen Computer bzw. Laptop ebenso erfolgen kann, wie unterwegs per Smartphone App, sorgt für eine hohe Aktivität der User auf der Plattform. Eine eigene Aktivität auf Pinterest sorgt automatisch für mehr Interaktionen. Mehr geteilte Bilder bedeuten mehr Follower und somit mehr Klicks auf die eigene Webseite.

Die AGB von Pinterest lassen sich hier nachlesen.

Nähere Informationen zum Thema Pinterest für Unternehmen finden sich hier.

 

Beitragsbilder:

Titelbild: „The Art of Pinterest“ von mkhmarketing auf Flickr.

Suchergebnisse: Screenshot.

„Pinnen von“ Anzeige: Screenshot.

100 masterpieces from the van Gogh Museum„: Screenshot. Pinnwand „Van Gogh Gifts“ von Van Gogh Museum.

Find me on:

Stefanie Karg

Kunsthistorikerin M.A.
Fachreferentin für Kulturtourismus und -marketing
Arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museum Schloss Moritzburg in Zeitz.
Vorstandsvorsitzende von Kultur hoch N e.V.
Stefanie Karg
Find me on:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.