Sächsische Leute und Länder – The Naming and Localisation of Group-Identities in the first Millenium AD

Vom 12., bis zum 16.09.2015 in Leipzig, Geisteswissenschaftliches Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) an der Universität Leipzig.

In den Tagen vom 12., bis zum 16. September 2015 fand in Leipzig das mittlerweile 66. Internationale Sachsensymposion statt.

Das „Internationale Sachsensymposion. Arbeitsgemeinschaft zur Archäologie der Sachsen und ihrer Nachbarvölker in Nordwesteuropa”  ist eine wissenschaftliche Vereinigung, die 1949 in Cuxhaven durch eine Gruppe deutscher und niederländischer Archäologen und Archäologinnen als „Arbeitsgemeinschaft für Sachsenforschung“ gegründet worden ist.

Die Mitglieder des „Internationalen Sachsensymposions“  haben sich zur Aufgabe gestellt, die Geschichte und Ethnogenese der germanischen gens der saxones, d.h. der kontinentalen Sachsen der Völkerwanderungszeit und des frühen Mittelalters, der Angelsachsen auf den Britischen Inseln und aller ihnen benachbarten Bevölkerungsgruppen durch eine kontinuierliche gemeinsame Forschungsarbeit aufzuhellen und dabei alle Wechselbeziehungen zu erörtern, die im Zusammenhang mit diesem Forschungsziel in den Anliegerländern von Nord- und Ostsee nachweisbar sind.

Dem heute als Verein nach belgischem Recht konstituierten Netzwerk gehören derzeit rund 180 gewählte Archäologen und Archäologinnen und verschiedene Historiker und Historikerinnen aus Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Norwegen, Polen, Schweden und den USA an. Ihre jährliche mehrtägige Zusammenkunft, die die Bezeichnung „Symposion”  des „Internationalen Sachsensymposions.  Arbeitsgemeinschaft zur Archäologie der Sachsen und ihrer Nachbarvölker in Nordwesteuropa“  führt, ist eines der international maßgeblichen wissenschaftlichen Foren für die Archäologie der frühen Geschichte Nordwesteuropas.

Quelle: Sachsensymposion

Im Kern des diesjährigen Treffens standen, neben dem aktiven Austausch der Mitglieder und dem pflegen gemeinsamer Forschungsschwerpunkte, natürlich die Vorträge. Verteilt auf 5 Tage konnten die Teilnehmer insgesamt 34 Vorträgen folgen. Abgerundet wurde der Aufenthalt in Leipzig durch das Angebot von Exkursionen und Ausstellungsbesuchen.

Noch vor der offiziellen Eröffnung des Symposions hatten die Teilnehmer die Möglichkeit die Gastgeberstadt Leipzig bei einem geführten Stadtrundgang sowie bei einem Besuch der Ausstellung „1015. Leipzig von Anfang an“ im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig, näher kennen zu lernen.

Die Eröffnung des Symposions übernahm Prof. Dr. Claus von Carnap-Bornheim (Schleswig) als Vorsitzender des Koordinierenden Ausschusses des Internationalen Sachsensymposions. Die Grußworte wurden unter anderem vom Staatssekretär Uwe Gaul (Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und  Kunst), Bürgermeister Torsten Bonew (Beigeordneter für Finanzen der Stadt Leipzig), Prof. Dr. Beate Schücking (Rektorin der Universität Leipzig) und Prof. Dr. Ulrich Veit (Direktor des Historischen Seminars der Universität Leipzig) verkündet.

Den Vortrags-Auftakt übernahm Prof. Dr. Walter Pohl (Wien). Mit seinem Beitrag „Sächsische Identitäten und die Bedeutung der Ethnizität im  frühmittelalterlichen Europa“, lieferte er, passend zum Leitenden Thema des Zusammenkommens „Sächsische Leute und Länder – The Naming and Localisation of Group-Identities in the first Millenium AD“, den Beginn für eine Vielzahl interessanter Diskussionsbeiträge.

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(Für die vollständige Ansicht des Programms bitte die Bilder anklicken.)

Vollständig im Namen der sächsischen Identität stand der Sonntag, mit einer Fülle an Beiträgen zu dem Thema „Sächsische Leute und Länder“. Aufmerksam wurden vor allem die Beiträge der Kollegen aus London, York, Zürich und Oxford verfolgt. Da sich hier doch ein Bezug zu Sachsen nicht sofort erschließt. Gut geleitet von den fünf Moderatoren ergab sich ein abwechslungsreiches und überraschendes Bild der sächsischen Identität, das sicher vielen in Erinnerung bleiben und für weitere Forschungsgrundlagen dienen wird.

Um die Möglichkeit einer freien Diskussion und auch des privaten Austausches der Teilnehmer zu ermöglichen, wurde am Montag eine ganztägige Exkursion organisiert. Ziel war am Vormittag das Museum für Ur‐ und Frühgeschichte Thüringens in Weimar. Am frühen Nachmittag erreichte man Merseburg, wo der Tag mit dem Besuch des Doms zu Merseburg sowie der Ausstellung „1000 Jahre Kaiserdom Merseburg“ mit den Merseburger Zaubersprüchen Ausklang.

Besonders der Dienstag stand wiederum im Zeichen der Vorgeschichtsforschung in verschiedenen Teilen Europas, von Mähren, über Baden-Württemberg, bis nach Norwegen und Schweden. In den Vorträgen wurden archäologisch-historische Funde vorgestellt und der Frage nach ihrer Symbolkraft nachgegangen.

Etwas ganz besonders war für alle Beteiligten das Konferenzessen in der 29. Etage des Panoramatower. 110 Meter über der Leipziger Metropole befindet sich das höchste Restaurant Mitteldeutschlands und bietet neben kulinarischen Highlights auch einen atemberaubenden Ausblick über die Messestadt.

Der letzte Tag bildete, mit sechs Vorträgen zum Thema der interdisziplinären Forschungen im Nordseeküstenbereich, einen ganz neuen Ausblick auf Bauern, Händler und Seefahrer zwischen Nordsee, Elbe und Weser und den neu entdeckten Handelsplätzen von Wilhelmshaven bis Leipzig, und auch den Ausklang des Sachsensymposions.

Zusammenfassend schauen wir zurück auf fünf lange, aber interessante Tage, in denen viele Diskussionen entstanden sind, Fragen aufgeworfen, aber auch beantwortet, Freundschaften und Kooperationen gepflegt und geschlossen und neue Forschungsansätze geschaffen wurden.

Ein großer Dank gilt allen Beteiligten, Organisatoren, Referenten, Mitarbeitern, Teilnehmern und Vereinsmitgliedern.

Das vollständige Programm als PDF zum Download finden Sie hier.

Allgemeine Informationen zum Sachsensymposion finden Sie hier.

 

Beitragsbilder:

Titelbild: Titel der Begrüßungsmappe für die Teilnehmer des 66. Internationalen Sachsensymposion. Urheberrechte unterliegen dem Geisteswissenschaftlichesn Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) an der Universität Leipzig.

Programm: Offizielles Programm des 66. Internationalen Sachsensymposion. Urheberrechte unterliegen dem Geisteswissenschaftlichesn Zentrum Geschichte und Kultur Ostmitteleuropas (GWZO) an der Universität Leipzig.

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Stefanie Karg

Kunsthistorikerin M.A.
Fachreferentin für Kulturtourismus und -marketing
Arbeitet als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Museum Schloss Moritzburg in Zeitz.
Vorstandsvorsitzende von Kultur hoch N e.V.
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