Die seit 2007 existierende und seit 2013 im Besitz von Yahoo! Inc. befindliche Blogging-Plattform Tumblr bietet Nutzern die Möglichkeit auf schnelle und einfache Weise Texte, Bilder, Zitate, Links, Audiodateien, Videos und andere mediale Inhalte in einem Blog zu veröffentlichen. Dabei ist es möglich sowohl eigene Inhalte zu erstellen, als auch fremde Inhalte aus anderen Tumblr-Blogs zu teilen. Der Dienst kann über die Webseite und via App, welche kostenfrei aus dem entsprechenden App-Store bezogen werden kann, auf dem Smartphone und Tablet verwendet werden. Um Tumblr-Blogs – sogenannte Tumblelogs – aufzurufen und anzusehen, ist ein eigener Account nicht zwingend erforderlich.

Tumblr ist ein Ort für Kreativität. Wir wollen, dass ihr euch frei entfaltet und auf Tumblr zeigt, wer ihr seid, was euch gefällt, was ihr denkt und wofür ihr steht.

Quelle: Tumblr Community-Richtlinien

How to start…

Tumblr_Blog_StartFür den Start auf Tumblr werden lediglich eine E-Mail-Adresse, ein Passwort und natürlich ein Username benötigt. Der Username darf nur aus Buchstaben, Zahlen und Bindestrichen bestehen, Sonderzeichen und Leerzeichen sind nicht möglich. Alles – auch der Username – kann nach der Anmeldung jederzeit geändert werden. Nach der Registrierung wird nach den eigenen Interessen gefragt, um das Dashboard – also den eigenen Startbereich – zu erstellen. Auch hier können zusätzliche Themengebiete jederzeit geändert werden. Der automatisch erstellte Blog ist fortan über eine eigene Domain nach dem Schema „username.tumblr.com“ erreichbar.

Nach der Registrierung kann es direkt losgehen. Tumblr bietet kein großartiges Tutorial an, da dies nicht notwendig ist. Die Anwendung ist nahezu selbsterklärend und wird spätestens bei Benutzung klar.

Tumblr_Erklärung

Um Blogs zu folgen kann die Tumblr-Suche verwendet werden. Hier kann nach Schlagworten, #Hashtags, konkreten Blognamen, Trends, Texten, Fotos, GIFs, Zitaten usw. gesucht werden. Vom Dashboard aus wird der gesamte Blog kontrolliert. Gleichzeitig fungiert es als eine Art „Timeline“, wo alle aktuellen Posts der gefolgten Blogs angezeigt werden. Wenn ein Eintrag besonders gut gefällt kann er gerebloggt werden. Er erscheint dann im eigenen Blog. Die originale Quelle wird automatisch verlinkt. Vor dem Rebloggen kann der Beitrag, falls gewünscht, um einen eigenen Kommentar ergänzt werden. Auch die Markierung eines Beitrages als Favorit ist möglich, indem das Herzsymbol angeklickt wird. Der Autor wird entsprechend über die Markierung benachrichtigt. Über das „Teilen“-Symbol kann dem Autor eine Nachricht gesendet werden. Eine Kommentarfunktion unter den Beiträgen gibt es nicht. Natürlich ist es möglich einen Beitrag außerhalb von Tumblr zu teilen. Hier besteht die Wahl den Beitrag via Permalink einzubinden, auf die eigene Webseite einzubetten, per E-Mail zu versenden oder auf Facebook, Twitter, Pinterest und Reddit zu teilen.

Beiträge posten

Tumblr_KategorienZum Posten von Beiträgen werden sieben Eintragstypen zur Verfügung gestellt. Der User kann aus Textbeiträgen, Foto, Zitat, Link, Chat(Protokoll), Audio und Video wählen. Das Einbinden von Mediadateien geschieht über das Hochladen der Datei vom eigenen Computer oder durch das Einbinden von einer Webseite. Der Beitrag kann für schnellere Auffindbarkeit mit einem Titel und entsprechenden Hashtags versehen werden. Über das Einstellungssymbol kann der Post mit einer benutzerdefinierten URL und einer Quelle (z.B. der Ursprungs-URL) versehen werden. Zum Erstellen eines Beitrags steht zudem ein Rich-Text-Editor als auch ein HTML-Quelleditor zur Verfügung. Im Rich-Text-Editor stehen die wichtigsten Befehle in einer Leiste über dem eigentlichen Text zur Verfügung. Wird etwas auf Tumblr gepostet, kann jeder andere Nutzer diesen Beitrag in seinem eigenen Blog zitieren.

Tumblr ganz individuell

Tumblr bietet seinen Nutzern die Möglichkeit ihren Blog ganz spezifisch den eigenen Bedürfnissen anzupassen. Unter anderem ist es möglich verschiedene Dienste wie Twitter und Facebook in den Blog zu integrieren. Tumblr kann automatisch Links zu den neuen Posts senden.tumblr_html
Wirklich einzigartig wird Tumblr aber erst durch die Möglichkeit den Blog individuell zu gestalten. Die einfachste Methode zur
Individualisierung, ohne umfangreiches Technikwissen, ist es aus hunderten von vorgefertigten Designs auszuwählen. Ist ein gewisses Grundwissen vorhanden kann aber auch ein eigenes Template mit HTML und CSS erstellt werden. Zur Anpassung wird im Sidebar des Dashboards die Option „Erscheinungsbild“ ausgewählt. In der Menüleiste mit den Anpassungsoptionen kann z.B. der Name des Blogs geändert, eine Beschreibung eingefügt oder der Username geändert werden. Im Usernamenbereich gibt es ebenfalls die Option den Blog auf einer eigenen Domain laufen zu lassen. Unter „Website-Template“ ist das Design anpassbar.

Für die Verwaltung der Beiträge gibt es einige hilfreiche Optionen. Mit der „Warteschleife“ können zwischen einmal und 50 Mal am Tag zwischen frei festlegbaren Uhrzeiten über einen Zeitraum von mehreren Stunden oder Tagen automatisch Beiträge gepostet und die Häufigkeit der Veröffentlichungen konstant gehalten werden. Es gibt auch die Möglichkeit vom Mobiltelefon aus einen Audio-Eintrag zu senden und über eine automatisch zugeteilte E-Mail-Adresse Texte, Bilder, MP3s oder Videos per E-Mail zu posten.

Datenschutz und Urheberrecht

Als US-Unternehmen unterliegt Tumblr ausschließlich dem amerikanischen Recht und der US-Gesetzgebung.

Quelle: Tumblr Terms of Service

Werden selbsterstellte Beiträge über Tumblr geteilt ist man selber der Urheber dieses Werkes. Mit der Veröffentlichung auf der Plattform wird dies automatisch zur freien Verwendung zur Verfügung gestellt. Eine Verletzung des Urheberrechts beim „Rebloggen“ ist ausgeschlossen, da die Quelle immer mit gerebloggt wird. Komplizierter wird der Sachverhalt, wenn die Urheberrechte des gebloggten Inhalts nicht bei einem selber liegen. In solchen Fällen muss – wie sonst auch – vor der Veröffentlichung die Erlaubnis des Urhebers eingeholt werden. Daher hat sich bei vielen Nutzern die Vorgehensweise etabliert die ursprüngliche Quelle und den Urheber bei der Veröffentlichung immer zu nennen. Die Einstellungen dazu sind mit einem Klick schnell und einfach bei jedem Post vorzunehmen. In den Einstellungen sollte zudem die Verschlüsselung des Blogs mit SSL (Secure Sockets Layer) eingeschaltet werden. Dies schützt die Besucher vor Fremdeinfluss.

Nutzerzahlen

Tumblr erfreut sich weltweit großer Beliebtheit: Im Moment sind nach eigenen Angaben 293,2 Millionen Blogs gelistet und 133,4 Milliarden Blog-Einträge (Stand: 04.05.2016). Bei der letzten Nutzerstatistik (Stand: 24. Januar 2016) hat sich herausgestellt, dass der Dienst in Deutschland noch wenig genutzt wird, aber sich immer mehr durchsetzt. Bei den sozialen Netzwerken konkurriert es sogar mit Twitter um den dritten Platz (Platz 1 nimmt Facebook ein, Platz 2 Xing). Die meisten Nutzer (34,8%) kommen aus den Vereinigten Staaten, gefolgt von Indien (8,5%), Japan (4,7%), Großbritannien (3,4%) und Brasilien (2,7%). Der Großteil der Nutzer (13%) hat ein Alter von 16 bis 24 Jahren. Damit ist die Zielgruppe, welche mit diesem Dienst erreicht werden kann erheblich jünger, als zum Beispiel bei Facebook. Allerdings bietet Tumblr die Möglichkeit den Blog in anderen sozialen Netzwerken zu promoten, ein Teilen von Beiträgen über Facebook, Twitter, Instagram oder Google+ erhöht so die (Zielgruppen-)Reichweite der Beiträge. Am 1. Januar 2015 stand Tumblr auf Platz Nr. 31 der beliebtesten Websites weltweit und liegt damit vor Reddit (Nr. 32) und Pinterest (Nr. 33).

Tipps für einen erfolgreichen Tumblr-Blog

Um möglichst viele Menschen zu erreichen, ist es ratsam sich an ein paar Tipps zu halten.

  • Hashtags – Wird ein Post mit entsprechenden Schlagworten versehen erhöht dies automatisch die Auffindbarkeit und somit die Chance wahrgenommen zu werden.
  • Authentizität – Ein Beitrag sollte immer authentisch bleiben. Spannende Beiträge sind meist interessante Einblicke hinter die Kulissen in Form von Fotos oder Videos sowie kurze Interviews.
  • Zielgruppengerichtet – Welche Zielgruppe soll erreicht werden? Ist Tumblr dafür die richtige Plattform? Die Beiträge sollten immer danach gestaltet werden.
  • Interaktion – Um entsprechende Aufmerksamkeit zu erhalten ist es unumgänglich regelmäßig andere Beiträge zu rebloggen, zu favorisieren und anderen Bloggern zu folgen.
  • Zeitnah – Eine zeitnahe Reaktion auf z.B. Fragen von Followern ist immer ratsam. Auch der Follower wünscht sich Aufmerksamkeit, indem z.B. einer seiner Beiträge favorisiert wird.
  • Communityarbeit – Um ein Teil der Community zu werden kann es nützlich sein sich aktiv an Aktionen zu beteiligen.
  • Regelmäßigkeit – Follower möchten regelmäßig Beiträge erhalten. Hier ist vor allem darauf zu achten eine gesunde Balance zu finden, zu viele Beiträge sind ebenso ungünstig wie zu unregelmäßige.
  • Design – Der Mensch ist visuell. Die vielfältigen Möglichkeiten den Tumblr Blog individuell zu gestalten sollten auch genutzt werden.

Vor- und Nachteile

Pro:

  • Tumblr ist eines der friedlichsten sozialen Netzwerke, da es keine Kommentarfunktion gibt.
  • Das Einrichten und Betreiben eines Blogs bei Tumblr ist simpel, schnell zu erlernen und mit wenigen Klicks zu handhaben.
  • Es kommt weniger auf den Umfang der Blogbeiträge an. Bei Tumblr steht mehr der multimediale Inhalt im Vordergrund.
  • Die Layouts sind auf den Content angepasst. Beiträge werden automatisch entsprechend formatiert, können aber auf Wunsch individuell angepasst werden.
  • Es ist möglich Blogeinträge automatisch bei Twitter und Facebook zu veröffentlichen.
  • Das Template des Blogs kann schnell und einfach individuell gestaltet werden. Entweder mit kostenfreien oder gegen kleines Geld erwerbbaren, vorgefertigten Templates oder per Anpassung über HTML.
  • Es gibt die Möglichkeit eine eigene Domain zu verwenden.

Contra:

  • Tumblr ist meist auf interessante, sehenswerte Inhalt wie Bilder und Videos ausgelegt. Für lange Texte sind alternative Blogging-Plattformen geeigneter.
  • Da die visuellen Inhalte auf Tumblr überwiegen, wird der Dienst von Außenstehenden meist als reine Multimediaplattform wahrgenommen.
  • Die fehlende Kommentarfunktion erschwert das Interagieren mit den Followern. Es gibt nur die Möglichkeit der Direktnachricht, des Favorisierens oder des Rebloggens.
  • Für die individuelle Anpassung des Blogs bedarf es einiger Geduld und Zeit oder HTML Kenntnisse.
  • Die Einarbeitung geht zwar schnell und die Grundfunktionen sind schnell erlernt, aber um die weitere Funktionsweise zu erlernen braucht es einiger Auseinandersetzung mit dem Dienst.
  • Der Dienst ist in Deutschland noch immer recht unbekannt.

Fazit

Bei Tumblr handelt es sich zwar um eine Social Media-Plattform, aber die Blogging-Funktion steht klar im Vordergrund. Die Plattform ist somit für alle Usergruppen uneingeschränkt empfehlenswert, die selber kurz und knapp bloggen möchten, sich aber mit Diensten wie WordPress nicht auskennen oder denen die Funktionsweise dieser zu komplex ist. Tumblelogs lassen den Bloggern durch ihre unkomplizierte Art viel Freiraum, um kreativ zu werden. Dies zieht vor allem User an, die sich mit Themen aus Kunst und Kultur befassen, was den Dienst vor allem für kulturelle Einrichtungen interessant macht. Besonders Blogs zu Fotografie, Architektur, Kunst und Design sind weit verbreitet und gefragt. Für Kultureinrichtungen kann Tumblr durchaus ein interessantes Marketinginstrument sein, um z.B. Ausstellungen zu bewerben. Die Zielgruppe eignet sich optimal, um von der viralen Verbreitung eigener Inhalte zu profitieren.

Eine interessante „Anleitung“ zur Nutzung von Tumblr als Marketinginstrument hat Takeshi Young auf MOZ verfasst „How to Use Tumblr for SEO and Social Media Marketing“.

 

Beitragsbilder:

Header: „tumblr logo“ von Esther Vargas auf Flickr.

Alle weiteren Bilder sind Screenshots von Tumblr.com.

Stefanie Karg
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One thought on “Tumblr – Die Do-it-yourself Blogging-Plattform”

  1. Danke für den Beitrag bezüglich der Blogging-Plattform. Diese Thematik kann sehr kompliziert sein, wenn man keinen Experten der IT oder Marketing Branche zu Rate zieht. Diese Information, dass es einfacher erscheint als WordPress, ist sehr hilfreich in meiner jetzigen Situation da ich seit einiger Zeit zu bloggen anfangen möchte.

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