Jedes Jahr öffnen am zweiten Sonntag im September historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise zugänglich sind, ihre Türen. Dann sind Millionen von Architektur- und Geschichtsliebhabern zu Streifzügen in die Vergangenheit eingeladen.

„Geschichte zum Anfassen“, das bietet der Denkmaltag dem Besucher dabei in wohl einmaliger Weise. In fachkundigen Führungen berichten Denkmalpfleger an konkreten Beispielen über die Aufgaben und Tätigkeiten der Denkmalpflege. Archäologen, Restauratoren und Handwerker demonstrieren Arbeitsweisen und -techniken und lenken den Blick auf Details, die einem ungeschulten Auge verborgen bleiben.

Ziel des Tags des offenen Denkmals ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken.“

Quelle: Tag des offenen Denkmals

Hintergrund

 

Glocken der Zöblitzer Stadtkirche, private Aufnahme.
Glocken der Zöblitzer Stadtkirche, private Aufnahme.

Bis zum Jahr 2006 weitete sich die Veranstaltung enorm aus. Am 10. September 2006 waren alleine in Deutschland 4,5 Millionen Kulturinteressierte unterwegs, um in mehr als 2.500 Städten und Gemeinden über 7.000 Denkmale aller Art zu besuchen. Allein in der Eröffnungsstadt Berlin wurden 65.000 Besucher gezählt. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz wurde in diesem Jahr für ihr Engagement für den Tag des offenen Denkmals als „Ort des Tages“ der Kampagne „Deutschland – Land der Ideen“ gewählt.

Sein 20. Jubiläum feiert der Tag des offenen Denkmals in Deutschland am 8. September 2013. An diesem Termin öffneten rund 7.500 Denkmale in 2.500 Städten und Gemeinden ihre Türen. Rund 4 Millionen Kulturbegeisterte waren anlässlich des Jubiläums in der ganzen Bundesrepublik auf Erkundungstour.

Tag des offenen Denkmals 2015

In diesem Jahr fand der Tag des offenen Denkmals am 13. September statt. Unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“ beteiligte sich der deutsche Tag des offenen Denkmals – wie viele andere europäische Länder – an der europaweiten Kampagne „European Industrial and Technical Heritage Year 2015„.

„Ziel der Kampagne ist es, auf die Bedeutung dieser industriellen und technischen Denkmale für die Denkmallandschaft in Europa hinzuweisen. Es sind nicht nur die großen Gotteshäuser und malerischen historischen Altstädte, die unsere baukulturelle Identität formen. Ganze Regionen wie das Ruhrgebiet, das Saarland oder die Bergbaugebiete Sachsens, die großen See- und Binnenhäfen werden durch Technik- und Industriebauten geprägt. Als Einzeldenkmale und Denkmalensembles gelten sie heutzutage vielerorts bereits für den Tourismus ebenso als positive Standortfaktoren wie berühmte Barockkirchen, klassizistische Rathäuser oder prächtige Fachwerkinnenstädte.

Im Zuge der rasanten technischen Entwicklung ging eine gewaltige Welle der Industrialisierung einher. Die letzten zweihundert Jahre und die damit verbundenen tiefgreifenden sozialen Verschiebungen haben unsere Lebensbedingungen und die unserer Vorväter so stark verändert wie nie zuvor in der Geschichte. Dieser schnelle Wandel führte dazu, dass ganze Landstriche innerhalb kürzester Zeit eine industrielle Prägung bekamen.
Ebenso schnell kann es jedoch passieren, dass sich technische und industrielle Anforderungen verändern, dass Rohstoffe lokal nicht mehr wirtschaftlich zu nutzen oder erschöpft sind. Zu wirtschaftlichen Problemen, wie wir sie beispielsweise aus dem Ruhrgebiet kennen, kommt hinzu, dass solche Industrielandschaften und riesige technische Anlagen plötzlich nicht mehr genutzt werden. Leerstand und infolgedessen Verfall machen sich breit. Mit der Frage, welchen technik-, kultur-, architektur- und sozialgeschichtlichen Wert diese Anlagen haben, beschäftigen sich Industriedenkmalpfleger.“

Quelle: Tag des offenen Denkmals

Im Zentrum des Denkmaltags 2015 standen selbstverständlich alle Denkmale mit direktem Bezug auf das Jahresmotto: von der Mühle über den Ringofen, von der Dampfturbine bis zur alten Maschinen- oder Fertigungshalle. Ebenso dazu gehörten: Kanalisationen, Brücken, Bahnhöfe, Stellwerke, Wassertürme, Verladeanlagen, Zechen, Hütten, Stollen der Montanindustrie sowie historische Bauten, Werkstätten und Handwerksbetriebe aller Art wie Kirchbauhütten, Schmieden, Backhäuser, Stellmachereien, Webereien, Glockengießereien und vieles mehr.

Viele Besucher kamen in den Genuss technische Denkmale vor Ort zu erleben und zu erfahren, wie das Objekt benutzt wurde und was es leisten konnte. Manche Maschinen wurden so gut gepflegt, dass sie sogar in Betrieb zu bestaunen waren. Eine einmalige Gelegenheit für jeden Technik interessierten Besucher.

Da der Denkmaltag auch immer ein Anlass für einen öffentlichen Austausch zwischen allen Beteiligten wie Eigentümern, Anwohnern, Kommune und/oder Landesdenkmalamt dient, werden durch die Veranstaltung notwendige Maßnahmen zur Erhaltung gefördert. Betriebe haben die Möglichkeit ihr Wissen und technisches Können vor Ort zu präsentieren und in alter Tradition arbeitende Handwerker können ihre Arbeitsmittel und -techniken vorstellen. So können einer breiten Öffentlichkeit Einblicke in die Arbeit gewährt werden.

Das Programm des diesjährigen Denkmalstages war wieder breit gefächert und für jedes Interessengebiet und jede Altersstufe war etwas Passendes dabei.

Das gesamte Programm zum Nachlesen finden Sie hier.

Und wer sich schon jetzt auf 2016 freut, kann sich hier die passende App für sein Smartphone oder Tablet herunterladen, damit im kommenden Jahr auch keine Information verpasst wird.

Presseecho

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Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz koodinierte die Veranstaltung bundesweit. Ihr zufolge war der diesjährige Tag des offenen Denkmals wieder ein voller Erfolg. Rund vier Millionen Besucher nutzen den Tag, um in ganz Deutschland weit mehr als 7.700 historische Bauten, Parks und archäologische Stätten zu entdecken.

 

Die Besucher konnten vor Ort alte Turbinentechnik, Hydraulikbrücken, historische Mühlenanlagen oder traditionsreiche Kleinindustrie wie Webereien und Brauereien live erleben. Denkmalpfleger, Eigentümer und Architekten präsentierten instandgesetzte Industriebauten in neuer Nutzung ebenso wie Fabrikhallen und andere technische Bauten, die in ihrem Bestand gefährdet sind, weil sie zurzeit nicht genutzt werden. Handwerker und Restauratoren demonstrierten denkmalgerechte alte Techniken des Bau- und Kunsthandwerks.

Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters eröffnete den Tag des offenen Denkmals am Vormittag in Halle (Saale). Rund 20.000 Besucher des Denkmaltags in der Saalestadt konnten ihr Programm aus mehr als 60 geöffneten Baudenkmalen, Ausstellungen, Führungen und Handwerkerpräsentationen auswählen.

Anlässlich der Eröffnungsfeier auf dem Universitätsplatz zu Halle sagte Grütters: „Der Tag des offenen Denkmals ist so etwas wie das prächtige Schaufenster unserer vielfältigen Bau- und Kulturgeschichte. Er lädt zu Streifzügen durch die Vielfalt unseres Landes ein und fördert das Bewusstsein für die Bedeutung unseres kulturellen Erbes.“

Dr. Wolfgang Illert vom Vorstand der Deutschen Stiftung Denkmalschutz appellierte mit Bezug auf das Motto „Handwerk, Technik, Industrie“, für alle Denkmalgattungen einzutreten. Zum Beispiel auch für die manchmal noch weniger beachteten Industriedenkmale. „Es gibt keine Denkmale zweiter Klasse“, so Illert.

Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den Tag des offenen Denkmals bundesweit. Die Stiftung steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. Sie setzt sich mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit und der Bereitstellung finanzieller Mittel seit 1985 für den Erhalt bedrohter Baudenkmale in Deutschland ein. Seitdem konnte sie mit mehr als 570 Millionen Euro über 4.700 Denkmale vor dem Verfall retten helfen.

Quelle: Tag des offenen Denkmals

 

Beitragsbilder:

Titelbild, Titel des Heftes „Monumente – Sonderheft zum Tag des offenen Denkmals. 13. September 2015“, herausgegeben von Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2015

Logo, Deutsche Stiftung Denkmalschutz aus „Monumente – Sonderheft zum Tag des offenen Denkmals. 13. September 2015“, herausgegeben von Deutsche Stiftung Denkmalschutz, 2015

Stefanie Karg
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