Der Ausbruch des Coronavirus trifft auch unseren Redaktionsplan bei Kultur hoch N. Einige Beiträge, wie wir geplant hatten, sind im Moment einfach nicht mehr „zeitgemäß“ oder fühlen sich unangebracht an.

Die Herausforderungen, vor der sich die Kulturbranche in den letzten Wochen befand, und nach wie vor befindet, kamen schnell und mehr oder weniger unerwartet. Die Schließung von Museen und Kulturstätten trifft viele Kulturschaffende unvermittelt und bedroht schon jetzt viele Existenzen. Obwohl mittlerweile die ersten Hilfsprogramme und Unterstützungen für z.B. freischaffende Künstler*innen anlaufen, sind die endgültigen wirtschaftlichen Auswirkungen noch lange nicht absehbar.

Kultureinrichtungen sind jedoch nicht zum Nichtstun verdammt. Viele nutzen die unfreiwillige „Freizeit“ vom Alltagsbetrieb, um sich in digitalen Bereichen neu aufzustellen.

Umstellen auf Notbetrieb

Der Alltag an vielen Kultureinrichtungen lässt es selten zu sich mit wichtigen, zukunftorientierten Vermittlungsangeboten adäquat auseinander zu setzen. So schlummerten (ganz offensichtlich) in vielen Schreibtischschubladen und auf Festplatten halbfertige Entwürfe für digitale Formate. Die Entwicklung von zeitgemäßen Onlineauftritten ist für Kultureinrichtungen ein Kampf gegen Windmühlen, stehen sich doch oft verschiedene Meinungen zu Sinn und Unsinn gegenüber. Die „Angst“ um den Verlust des realen Besuchers, unzureichende digitale Bildung und, nicht zuletzt, fehlende finanzielle Mittel, sind ein häufig angeführter Grund, warum die Entwürfe dazu verdammt sind ihr Dasein in der Schublade zu fristen.

Und so führt die Verordnete „Auszeit“ vom Besucherbetrieb zu einer ungeahnten Kreativität bei den Kulturschaffenden, die, trotz Schließung der Gebäude für den Besucherverkehr, jetzt nicht zuhause auf der Couch der Dinge harren, die da kommen, sondern voller Begeisterung die Festplatten entstauben und die verschlossenen Schubladen öffnen, um ihren Ideen endlich einen Raum geben zu können.

Denn wie, und vor allem, wo erreicht man den Besucher in diesen Krisenzeiten? Genau, online.

Innerhalb weniger Tage vernetzten sich die Kulturschaffenden in den sozialen Netzwerken. Die digitale Kommunikation tritt in den Vordergrund und eröffnet ganz neue, spannende Sichtweisen auf den Alltag im Kulturbetrieb.

Eine Linksammlung…

Da es bereits sehr gute Übersichten über einige überaus gelungene digitale Angebote gibt, möchten wir an dieser Stelle keine weitere Aufstellung beginnen, sondern auf ein paar Aufstellungen von Kolleg*innen verweisen.

Dr. Damian Kaufmann, von Zeilenabstand.net hat in seinem Beitrag „Das Museum und der Kulturbetrieb in Zeiten von Corona“ eine anschauliche Übersicht erstellt.

Anja Kircher-Kannemann hat auf Kultur – Geschichte(n) – Digital im Beitrag „Kultur-News Extra – #Closedbutopen“ eine Auflistung von relevanten Hashtags, Onlinesamlungen und Social Media Kanälen zusammengetragen.

Immer empfehlenswert, nicht nur in der derzeitigen Situation, ist ein Blick auf Google Arts & Culture mit einer umfangreichen Auflistung digitaler Museumssammlungen.

Und hier noch ein ganz persönlicher Hinweis. Unter dem Hashtag #ASonnetADay liest der grandiose Sir Patrick Stewart auf jedem seiner Social Media Kanäle (Facebook, Twitter, Instagram) seit dem 22. März 2020 jeden Tag ein Sonett von Shakespeare. Eine ganz klare Empfehlung.

Wir wünschen euch viel Freude und spannende neue Entdeckungen auf eurem virtuellen Rundgang durch die vielen großartigen Museen, beim Genuss von Live-Streams und beim erkunden neuer Kulturangebote.

Bleibt gesund!

Image by Robert Allmann from Pixabay.

Stefanie Karg
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