Angesichts der langen Museumsschließungen und der allgemeinen Sehnsucht nach etwas Kulturerlebnis, hatte das Vorstandsteam des Otto-Pankok-Museums (Bad Bentheim, OT Gildehaus) sich überlegt, ein Mitmachprojekt zu starten, das niedrigschwellig angelegt sein und eine positive Ausstrahlung haben soll: Projekt HOFFNUNG. Die eingereichten Arbeiten sind online zu sehen.

Den ersten Anreiz zu der für das Museum völlig neuen Ausstellungsart brachte ein Vorstandsmitglied mit Hinweis auf die Aktion „Hold Still„. Zu diesem Fotoprojekt in Großbritannien rief die National Portrait Gallery im Mai 2020 unter Schirmherrschaft der Herzogin von Cambridge auf. Erbeten wurden Fotos, in denen Personen ihren Alltag angesichts der Pandemie zeigen. Aus letztlich 31.000 Einsendungen wurden 100 ausgewählt für ein Ausstellungsprojekt. Das Buch dazu wird im Mai 2021 erscheinen.

Der Museumsvorstand entschied, eine ganz eigene Mitmachaktion zu kreieren und sie unter das Oberthema HOFFNUNG zu stellen. Zu Jahresbeginn 2021, als neben dem bundesweiten Lockdown in der eigenen Region sogar eine Ausgangssperre angesagt war, sollten Kulturhungrige die Möglichkeit bekommen, sich mit einzubringen. Wer auch immer sich angesprochen fühlte, mitzumachen, konnte sich am Projekt HOFFNUNG beteiligen. Als Denkanstoß gab es folgende Fragen: Was sind Ihre Hoffnungen? Was gibt Ihnen Kraft? Worauf freuen Sie sich besonders?
Die Einsender durften der Kreativität freien Lauf lassen und die Ausdrucksform selbst wählen: Texte, Fotos, Gemälde, Abbildungen einer geschaffenen Skulptur, selbstverfasste Lieder oder Melodien sowie Videos.

Hoffnung_Bannerausschnitt
Hoffnung_Bannerausschnitt

Die Aktion wurde von Beginn an mehrgleisig angelegt. Während für den oben genannten offenen Teil auch ein Artikel in der Lokalzeitung warb, hatte das kleine HOFFNUNG-Team aus dem Vorstand bereits einen „Ableger“ in Angriff genommen: eine Postkartenaktion. Eine Karte mit der simplen Aufschrift „HOFFNUNG ist für mich…“ vorne und einer kurzen Erläuterung zum Projekt im Textfeld auf der Rückseite wurde an rund 100 Personen regional und einige überregional versendet: Bürgermeister, sowie MdBs und MdLs, zwei Landräte, Museums- und Kunstvereinsleitungen, diverse Künstler, Kirchen- und Medienvertreter erhielten Post. Die Rückläufer dazu waren eher spärlich, aber vielfältig. Währenddessen füllte sich die Hauptseite zum Thema mit verschiedensten Beiträgen, sogar Songs waren dabei.

Postkartenaktion – Stapel zum Versand

Richtig groß wurde das Projekt, als der dritten Teilaktion „Schüler zeigen HOFFNUNG“ durch die tatkräftige Unterstützung einer Lehrerin des örtlichen Gymnasiums, Anita Huisjes, Leben eingehaucht wurde: Schüler:innen sollte die Aktion ein Plattform bieten, ihre Hoffnungen zu zeigen. In den Medien wird in der Pandemiezeit so viel über die Kinder und Jugendlichen in den Schulen oder im Distanzunterricht geredet, doch viel zu selten mit ihnen selbst. Frau Huisjes gab mehreren Klassengruppen im Distanzunterricht die Wochenaufgabe, sich mit HOFFNUNG auseinanderzusetzen. Wer wollte, konnte sein Ergebnis dann auf der Museumsseite mit veröffentlichen. Auch andere Kollegen im Fach Religion schlossen sich Frau Huisjes an, so dass immer mehr Gruppen der 6. bis 10. Klassen ihre Arbeiten für die Website zur Verfügung stellten. Die Lehrerin des Kurses „Darstellendes Spiel“ brachte die Bilder und Filmszenen ihrer Schüler in einem Kurzfilm zusammen.

Alle beteiligten Lehrer und vor allem die Schüler selbst können nun mit Stolz ihre Motive auf der Website sehen. Es sind insgesamt 118 Schülerarbeiten online umgesetzt worden. Fünf der Motive aus mehreren Klassen wurden ausgewählt und auf ein großes Banner gedruckt. Die große LKW-Plane ersetzt nun vor dem Museum das ursprüngliche Banner zum Projekt HOFFNUNG. Gerade jetzt, in der Zeit des zweiten Pandemiefrühlings, wirkt der Druck wie ein Stimmungsaufheller voller Zuversicht auf eine „Zeit danach“.

Abhängen des Projektbanners und Platz machen für…

Banner „Schüler zeigen Hoffnung“

Die Aktion des Museums endete am 20. März mit einem zufriedenen Resümee des Vorstands. Ob im Herbst, wenn der Museumsverein sein 25-jähriges Bestehen feiert, nochmal eine vergleichbare Aktion mit anderen Vorzeichen aufgezogen wird, muss jedoch noch diskutiert werden.

Fünf Schülerarbeiten im Banner

Birgit Baumann
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