Museen und Öffentlichkeit

Seitdem das Team vom Internationalen Museumstag die Social-Media-Aktion „Take-Tag-Share“ für 2014 bekannt gegeben hat, diskutieren in ganz Deutschland MuseumsleiterInnen untereinander und mit ihren MitarbeiterInnen über diese Aktion. Es ist für Museen, in denen das Fotografieren in der Regel, teilweise aus konservatorischen Gründen, verboten ist, teilweise undenkbar eine unkontrollierte Fotoerlaubnis, und sei es für einen Tag, auszustellen. Die BesucherInnen könnten ja fotografieren, was sie wollen.

Geocache "Ehrenpfortenberg", Berlin; Der Ehrenpfortenberg ist mit 69 Metern die höchste Erhebung des Bezirks Reinickendorf Foto: Anagoria / http://commons.wikimedia.org/wiki/User:Anagoria

Geocaching – Eine Chance für Museen

Seit einigen Jahren setzt sich weltweit ein neuer Freizeittrend durch. Das Geocaching. Um vorweg schon all jenen den Wind aus den Segeln zu nehmen, die nun fragen, ob ein Museum denn jeden Trend mitmachen muss, möchte ich diese Frage sofort mit einem klaren „Nein“ beantworten. Wollte ein Museum diesen Trends nachjagen, so wäre dies, nach meiner Meinung ein Unterfangen, welches zum Scheitern verurteilt ist.

Dennoch möchte ich das Thema Geocaching aufnehmen und im Folgenden sowohl die Funktionsweise dieses „weltweiten Suchspiels“ erläutern als auch Möglichkeiten aufzeigen, wie sich dieser Trend von Museen ergänzend zur Vermittlungsarbeit heranziehen lässt.

Wider die Besucherzahlen? (Teil 1)

In der Journalismus- und Printbranche wird seit einiger Zeit die Diskussion geführt, woran man Erfolg und Rentabilität im (Online-)Journalismus messen kann. Katharina Brunner stellte bei den Netzpiloten jüngst eine Sammlung von alternativen Modellen vor: „Reine Zugriffszahlen sagen wenig über den tatsächlichen Erfolg im Journalismus aus. Die New York Times, Upworthy und Medium versuchen, aussagekräftigere Indikatoren zu entwickeln.“ Diese Diskussion lässt sich wunderbar auf Kultureinrichtungen, allen voran Museen, übertragen. Was die Zugriffszahlen für Internetseiten sind – oder eben nicht sind -, das sind die Besucherzahlen für Kultureinrichtungen. Wenn es um die Legitimation von kommunalen Zuschüssen geht, werden immer wieder die Besucherzahlen eines Museums als Kennziffer für Erfolg oder Nicht-Erfolg musealer Einrichtungen herangezogen. Wie im (Online-)Journalismus stellt sich aber auch im Kulturbereich die Frage, ob diese Kennziffer der Weisheit letzter Schluss ist, sagen die reinen Zugriffs-/Benutzerzahlen doch wenig bis gar nichts aus.